Wollarten & Naturfasern im Vergleich: Merino, Kaschmir, Alpaka & Co.

22. Aug 2026

Merinowolle, Kaschmir, Alpaka, Baby Alpaka, Mohair oder Lammwolle? Hinter diesen Bezeichnungen stehen unterschiedliche Tiere, Fasern, Herkunftsregionen und Eigenschaften.

Wer hochwertige Decken, Plaids, Schals oder andere Textilien auswählt, sollte deshalb nicht nur auf Farbe und Design achten. Auch Faserfeinheit, Herkunft, Wärme, Gewicht, Haptik und Verarbeitung beeinflussen, wie sich ein Produkt anfühlt.

In diesem Materialguide erklären wir die wichtigsten tierischen Naturfasern und ergänzen Baumwolle als pflanzliche Vergleichsfaser.


Was ist eigentlich Wolle?

Im engeren Sinn bezeichnet Wolle Fasern vom Schaf. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden jedoch häufig auch andere tierische Fasern wie Kaschmir, Alpaka oder Mohair als „Wolle“ bezeichnet.

Textilfachlich lohnt es sich, genauer zu unterscheiden:

  • Schaf: Wolle, zum Beispiel Merino- oder Lammwolle
  • Kaschmirziege: Kaschmir
  • Alpaka: Alpakafaser (umgangssprachlich Alpakawolle)
  • Angoraziege: Mohair
  • Angorakaninchen: Angora

Die Eigenschaften eines fertigen Textils hängen außerdem nicht nur von der Faserart ab. Garn, Webart, Faserdurchmesser, Materialmischung und Verarbeitung spielen ebenfalls eine große Rolle.


Was bedeutet Schurwolle?

Schurwolle ist keine eigene Wollart und keine Schafrasse.

Der Begriff beschreibt, dass die Wolle vom lebenden Schaf geschoren wurde und nicht aus bereits verwendeten Wolltextilien wiedergewonnen wurde.

Ob sich eine Schurwolle weich, fein oder eher kräftig anfühlt, hängt von der jeweiligen Schafrasse, der Faserfeinheit und der Verarbeitung ab.


Merinowolle – feine Wolle vom Merinoschaf

Merinowolle stammt vom Merinoschaf und gehört zu den besonders feinen Schafwollen.

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist der Faserdurchmesser, der in Mikron gemessen wird. Je feiner die Faser, desto leichter biegt sie sich auf der Haut und desto weicher kann sie wahrgenommen werden.

Merinowolle besitzt eine natürliche Kräuselung. Diese hilft dabei, Luft einzuschließen und trägt zu Wärmeisolation und Temperaturausgleich bei.

Typische Eigenschaften von Merinowolle

  • feine und flexible Fasern
  • weicher Griff
  • temperaturregulierend
  • atmungsaktiv
  • gutes Feuchtigkeitsmanagement
  • elastisch und formstabil

Woher kommt Merinowolle?

Das Merinoschaf hat historische Wurzeln in Spanien. Heute ist Australien eines der bedeutendsten Erzeugerländer für besonders feine Merinowolle.

Für die Qualität ist jedoch nicht allein das Herkunftsland entscheidend, sondern vor allem die konkrete Faserfeinheit und Verarbeitung.

Wofür eignet sich Merinowolle?

Merinowolle eignet sich unter anderem für hochwertige Decken, Schals und andere Textilien, bei denen ein weicher Griff und vielseitige Nutzung gefragt sind.

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Lammwolle – besonders junge Schafwolle

Lammwolle bezeichnet Wolle aus der ersten Schur junger Schafe.

Sie wird häufig wegen ihres vergleichsweise weichen und angenehmen Griffs geschätzt und besitzt gleichzeitig die typischen Eigenschaften hochwertiger Schafwolle.

Typische Eigenschaften von Lammwolle

  • warm
  • elastisch
  • natürlich isolierend
  • angenehm griffig
  • gut für klassische Wolldecken und Schals geeignet

Lammwolle ist interessant für Menschen, die eine klassische, natürliche Wollhaptik mögen und eine etwas kräftigere Decke oder einen warmen Schal suchen.


Kaschmir – feines Unterhaar der Kaschmirziege

Kaschmir stammt von der Kaschmirziege und wird aus dem besonders feinen Unterhaar gewonnen.

Dieses Unterhaar schützt die Tiere in kalten Regionen vor starken Temperaturschwankungen. Kaschmir wird wegen seines sehr feinen Griffs und seiner guten Wärmeisolation bei geringem Gewicht geschätzt.

Das Cashmere and Camel Hair Manufacturers Institute definiert Kaschmir als feine, enthaarte Unterhaarfasern der Kaschmirziege; der mittlere Faserdurchmesser liegt nach dieser Definition bei höchstens 19 Mikron.

Woher kommt Kaschmir?

Wichtige Herkunftsregionen liegen auf den Hochplateaus Asiens. Zu den bedeutenden Lieferländern gehören unter anderem China und die Mongolei.

Typische Eigenschaften von Kaschmir

  • sehr fein
  • weich
  • leicht
  • gute Isolation bei geringem Volumen
  • hochwertige, elegante Haptik

Warum ist Kaschmir so wertvoll?

Eine Kaschmirziege liefert nur eine vergleichsweise geringe Menge feinen Unterhaars. Hinzu kommen Sortierung und Verarbeitung der Fasern.

Dadurch ist hochwertiges Kaschmir deutlich seltener und aufwendiger zu gewinnen als viele klassische Wollarten.

Kaschmir bei fiolini

Bei fiolini finden Sie Kaschmir unter anderem bei Franz Barth. Die Manufaktur verarbeitet hochwertige Naturfasern wie Cashmere, Lambswool und Seide.

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Warum werden Kaschmir und Wolle gemischt?

Eine Mischung aus Wolle und Kaschmir ist nicht automatisch weniger hochwertig als ein Produkt aus reinem Kaschmir.

Durch eine Materialmischung können unterschiedliche Eigenschaften miteinander verbunden werden.

Kaschmir kann:

  • den Griff verfeinern
  • die Weichheit erhöhen
  • ein leichteres, feineres Gefühl erzeugen

Wolle kann:

  • mehr Struktur geben
  • Elastizität unterstützen
  • eine kräftigere Haptik erzeugen

Entscheidend sind deshalb nicht nur die Prozentangaben auf dem Etikett, sondern auch die Qualität der verwendeten Fasern und die Verarbeitung.


Alpaka – feine Naturfaser aus den Anden

Alpakafaser stammt vom Alpaka, einem südamerikanischen Kameliden.

Alpakas werden besonders in den Anden gehalten. Peru besitzt eine lange Tradition in der Gewinnung und Verarbeitung von Alpakafasern.

Die Faser wird wegen ihrer Kombination aus geringem Gewicht, Wärme, Weichheit und natürlichem Glanz geschätzt.

Typische Eigenschaften von Alpakafaser

  • leicht
  • weich
  • gute thermische Eigenschaften
  • langlebig
  • natürlicher Glanz
  • enthält kein Lanolin

Die Alpaca Owners Association beschreibt Alpakafasern als fein, weich, leicht und thermisch leistungsfähig. Außerdem enthält Alpaka kein Lanolin.

Alpaka bei fiolini

Bei fiolini finden Sie Alpaka unter anderem von Elvang Denmark. Die Marke verbindet skandinavisches Design mit hochwertigen Alpakawolle aus Peru.

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Was ist Baby Alpaka?

Baby Alpaka bedeutet nicht automatisch, dass die Faser von einem jungen Alpaka stammt.

Der Begriff wird im Handel für besonders feine Alpakafasern beziehungsweise feinere Qualitätsstufen verwendet.

Genau deshalb ist die Bezeichnung etwas missverständlich. Die Alpaca Owners Association weist darauf hin, dass Begriffe wie „Baby“, „Royal Baby“, „Superfine“ oder „Fine“ international nicht einheitlich definiert sind. In ihrem Faserstandard wird deshalb nach messbaren Mikronbereichen klassifiziert statt nach solchen Handelsnamen.

Was unterscheidet Baby Alpaka von normalem Alpaka?

Im Kern geht es vor allem um die Feinheit der ausgewählten Fasern.

Feinere Fasern können sich auf der Haut weicher und geschmeidiger anfühlen als gröbere Alpakafasern.

Deshalb wird Baby Alpaka besonders gerne für hochwertige Schals, Plaids und andere weiche Textilien eingesetzt.

Beim Kauf ist es sinnvoll, nicht allein auf die Bezeichnung „Baby Alpaka“ zu achten, sondern – sofern angegeben – auch auf Faserqualität, Materialanteile und Verarbeitung.


Mohair – die Faser der Angoraziege

Mohair stammt von der Angoraziege.

Das ist wichtig, weil Mohair häufig mit Angora verwechselt wird. Die beiden Fasern stammen jedoch von unterschiedlichen Tieren.

Mohair besitzt einen charakteristischen natürlichen Glanz und wird wegen seiner leichten, widerstandsfähigen und geschmeidigen Eigenschaften geschätzt.

Mohair South Africa beschreibt Mohair als Faser der Angoraziege und hebt besonders Glanz, Haltbarkeit und Leichtigkeit hervor. Südafrika ist heute der weltweit größte Mohair-Produzent; ein großer Teil stammt aus der Karoo-Region.

Typische Eigenschaften von Mohair

  • natürlicher Glanz
  • leicht
  • geschmeidig
  • widerstandsfähig
  • gut färbbar
  • vergleichsweise glatte Faseroberfläche

Wofür eignet sich Mohair?

Mohair wird unter anderem für hochwertige Schals, Pullover, Decken und Wohntextilien eingesetzt.


Angorawolle – die Faser des Angorakaninchens

Angora stammt vom Angorakaninchen und nicht von der Angoraziege.

Die Faser ist sehr fein, leicht und flauschig und wird häufig in Mischungen eingesetzt, um Textilien besonders weich und voluminös wirken zu lassen.

Typische Eigenschaften von Angora

  • sehr fein
  • leicht
  • flauschig
  • stark wärmend
  • häufig in Mischungen verarbeitet

Bei Angoraprodukten ist neben Materialqualität besonders wichtig, auf nachvollziehbare Herkunft und verantwortungsvolle Tierhaltung zu achten.


Mohair oder Angora – was ist der Unterschied?

Die Namen sorgen häufig für Verwirrung:

  • Mohair: stammt von der Angoraziege
  • Angora: stammt vom Angorakaninchen

Mohair wirkt häufig etwas glatter und glänzender, während Angora besonders weich, flauschig und voluminös ist.


Baumwolle – eine pflanzliche Naturfaser

Baumwolle ist keine Wolle. Sie stammt von der Baumwollpflanze und gehört zu den natürlichen Zellulosefasern.

Die Fasern wachsen rund um die Samen der Baumwollpflanze.

Baumwolle ist saugfähig und atmungsaktiv und fühlt sich anders an als tierische Proteinfasern wie Wolle, Kaschmir oder Alpaka. Cotton Incorporated beschreibt Baumwolle als natürliche Zellulosefaser, die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Typische Eigenschaften von Baumwolle

  • pflanzliche Naturfaser
  • saugfähig
  • atmungsaktiv
  • hautfreundlicher, vertrauter Griff
  • oft pflegeleichter als empfindliche Edelhaare

Baumwolle oder Wolle?

Baumwolle und Wolle erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Wolle besitzt eine natürliche Kräuselung, die Luft einschließt und zur Isolation beiträgt. Baumwolle ist stärker saugfähig und wird häufig gewählt, wenn ein weniger wolliges, eher glattes Materialgefühl gewünscht ist.

Welche Faser besser passt, hängt deshalb vom persönlichen Wärmegefühl und vom Einsatzzweck ab.


Warum fühlen sich Fasern unterschiedlich weich an?

Einer der wichtigsten Faktoren ist der Faserdurchmesser.

Er wird in Mikron gemessen. Ein Mikron entspricht einem Millionstel Meter.

Je feiner eine Faser ist, desto leichter kann sie sich an der Haut biegen und desto weicher kann sie wahrgenommen werden.

Woolmark weist darauf hin, dass das typische Kratz- oder Prickelgefühl vor allem mit gröberen Fasern zusammenhängt. Sehr feine Merinowolle kann deshalb ausgesprochen weich sein.

Die Faserart allein reicht also nicht aus, um die Weichheit eines fertigen Produkts zu beurteilen.


Welche Faser wärmt am besten?

Auch diese Frage lässt sich nicht allein nach dem Fasernamen beantworten.

Das Wärmegefühl einer fertigen Decke oder eines Schals hängt zusätzlich von:

  • Fasermenge
  • Garnstärke
  • Webart oder Strickart
  • Dicke
  • Gewicht
  • Größe

ab.

Kaschmir und Alpaka sind besonders interessant, wenn ein hohes Wärmegefühl bei vergleichsweise geringem Gewicht gesucht wird.

Eine kräftigere Woll- oder Lammwolldecke kann dagegen ein stärkeres und umhüllenderes Gefühl vermitteln.


Die wichtigsten Naturfasern auf einen Blick

Merinowolle

Tier: Merinoschaf

Typisch: fein, weich, temperaturregulierend, atmungsaktiv

Gut geeignet für: Decken, Schals und vielseitige Textilien

Bei fiolini: unter anderem Eagle Products

Lammwolle

Tier: junges Schaf, erste Schur

Typisch: warm, elastisch, klassisches Wollgefühl

Gut geeignet für: Wolldecken, Plaids und Schals

Kaschmir

Tier: Kaschmirziege

Typisch: sehr fein, weich, leicht und gut isolierend

Bei fiolini: unter anderem Franz Barth

Alpaka

Tier: Alpaka

Typisch: leicht, weich, warm, lanolinfrei

Bei fiolini: Elvang Denmark

Baby Alpaka

Bedeutung: Handelsbezeichnung für besonders feine Alpakaqualitäten; nicht zwingend Faser eines Jungtiers

Typisch: besonders feiner und weicher Griff

Mohair

Tier: Angoraziege

Typisch: leicht, glänzend, widerstandsfähig und geschmeidig

Angora

Tier: Angorakaninchen

Typisch: sehr fein, flauschig, leicht und wärmend

Baumwolle

Herkunft: Baumwollpflanze

Typisch: pflanzlich, saugfähig, atmungsaktiv


Welche Faser passt zu mir?

Dieser Materialguide erklärt, was die einzelnen Fasern sind und woher sie kommen.

Wenn Sie dagegen herausfinden möchten, welche Decke oder welcher Schal zu Ihrem persönlichen Wärmegefühl, Ihrem Wunschgewicht und Ihrer bevorzugten Haptik passt, finden Sie in unserem Wolldecken-Ratgeber eine praktische Kaufberatung.

Zur Kaufberatung: Welche Wolle passt zu mir?


Hochwertige Naturfasern bei fiolini

Bei fiolini möchten wir hochwertige Materialien nicht nur nennen, sondern verständlich machen.

Deshalb verbinden wir Materialwissen mit ausgewählten Manufakturen und Produkten:

  • Eagle Products – hochwertige Wolltextilien und Decken
  • Franz Barth – unter anderem Kaschmir und Lambswool
  • Elvang Denmark – hochwertige Alpakatextilien aus Peru

So können Sie nicht nur nach Farbe und Design auswählen, sondern auch verstehen, woher ein Material kommt, wie es sich anfühlt und warum es für ein bestimmtes Produkt verwendet wird.

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